Jury statement: Johannes Hennebichler hat mit seinem Drehbuch eine geradezu klassische Kurzfilmvorlage geschaffen. Formal zeichnet er mit wenigen ‘Strichen’ ein sehr anschauliches Bild der Lebenssituation seiner beiden Protagonisten. Den Zuschauer bindet er gekonnt ein, indem er ihnwährend des Storyverlaufs mit dem nötigen Maß an Unbestimmtheit konfrontiert, das er mit einer sehr gelungen Pointe auflöst. Dadurch, dass Hennebichler bereits zuvor Fährten (“Wir sehen uns am Abend”) legt, die sich erst im Nachhinein erschließen, regt er den Zuschauer auch nach dem Film noch zu einer Beschäftigung mit der Story an. Die äußerst verdichtete Story schafft es zudem auch hier wird der klassische Charakter deutlich, neben der eigentlichen Handlung zwischen den beiden Protagonisten zahlreiche weitere Themen aufzunehmen. Wenn der enttäuschte Pensionist seine Frau nur noch über seinen Fernsehauftritt erreicht, ist das nicht nur eine gelungene Reflexion über das Mediengeschäft, sondern zugleich ein kritischer Kommentar überraditionelle Rollenverhältnisse. Der mit seinem puritanischen Bärtchen treffsicher ausgestattete Pensionist kann, nun im ersehnten Ruhestand angelangt, die über Jahrzehnte zementierte Rollenverteilung, an der er mit Sicherheit einen großen Anteil hatte, auch mit Anflügen moderner Männlichkeit (wenn er der Frau das Frühstück bereitet) nicht mehr überwinden. Nicht zuletzt greift das Buch schließlich noch eine Kritik an der Arbeitsgesellschaft auf, die ihren Mitgliedern keine Identitätsangebote über das Arbeitsverhältnis hinaus macht. Insofern liest sich “Ruhestand” wie eine immer noch aktuelle Bebilderung der klassischen Kulturindustrietheorie” der Frankfurter Schule, die, im Gegensatz zum Original, allerdings bestens unterhält.

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Am 19. April 2007 fand der Film seinen Weg ins Salzburger Regionalkino und prämierte mit einer Reihe von anderen studentischen Arbeiten. Anschließend gab es für die Herren Regisseure ein Interview des ORF, welches in den darauffolgenden Tagen bei Salzburg Heute zu sehen war.

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Ruhestand

  • Film

A film by Johannes Hennebichler.
With Franz Schett, Annemarie Jäger.

Der letzte und fatale Versuch eines verzweifelten Ehemannes durch den Mediendschungel
zu seiner apathischen Frau zu dringen. Die ultimative Konsequenz des Reality TV.

My job: Writer, Director, Producer, Editor
Technique: Filmed with Canon XL2 in miniDV

Awards: Won the Ursty Film Price, 2006, in the category best screenplay.
Further nominated in: best short film, best cinematography, best editing, best filmscore

Location: Kärnten, Reichenfels
Production time: 3 days of shooting, 1 day rehearsal, 4 months pre-production, 1 month post-production & mastering.

Crew:
Writer, Director, Producer | Johannes Hennebichler
1st assistant director | Sebastian Prittwitz
Director of photography | Daniel Hollerweger
Editor | Johannes Hennebichler, Sebastian Prittwitz
Color grading | Johannes Hennebichler, Sebastian Prittwitz
Sound mixing | Sebastian Prittwitz, Oliver Johnson, David Scherr
Film score | Sebastian Prittwitz
VFX | Daniel Übleis
Title design, DVD authoring, Screendesign | Benjamin Hohnheiser
Gaffer | Alexander Herrmann
Best boy gaffer | Benjamin Hohnheiser
Best boy key grip | Daniel Übleis
Sound | David Scherr
Boom operator | Jürgen Brunner
Mask | Andrea Amenitsch
Continuity, Script | Sandra Brandstätter
Stunt Double | Iris Wieder
Catering | Johannes Entzinger, Andrea Amenitsch
Setrunner | Johannes Enzinger

July 2006, FH-Salzburg